Allgemeine Geschäftsbedingungen
AGB
Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen regeln die Nutzung des Online-Marktplatzes THE NINTH ARCHIVE durch Käuferinnen, Käufer und gewerbliche Händler. Der Marktplatz ist auf kuratierte, gebrauchte und archivwürdige Mode aus dem Bereich Avantgarde und Nischendesign ausgerichtet. Die nachfolgenden Bestimmungen beschreiben die Rollen der Beteiligten, den Ablauf von Käufen sowie die Grundzüge von Zahlung, Versand und Auszahlung.
1. Betreiber und Geltungsbereich
Betreiber der Plattform ist Mono Jacobi, Stargarder Straße 17, 10437 Berlin. Die Plattform stellt eine technische und kuratorische Infrastruktur bereit, über die zugelassene Händler Artikel anbieten und Nutzerinnen und Nutzer diese Artikel erwerben können. Abweichende Bedingungen eines Händlers gelten nur im Verhältnis zwischen Händler und Käufer und nur, soweit sie diesen AGB und zwingendem Recht nicht widersprechen.
2. Marktplatzstellung und Vertragspartner
THE NINTH ARCHIVE wird nicht Partei des Kaufvertrags. Ein Kaufvertrag kommt ausschließlich zwischen dem im Angebot genannten Händler und der Käuferin oder dem Käufer zustande. Der Händler handelt im eigenen Namen, legt den Artikelpreis fest, beschreibt den Zustand und ist für Rechnung, Versand, Gewährleistung, Widerruf und Rückabwicklung verantwortlich. Die Plattform prüft Händler vor der Zulassung und kuratiert das Sortiment; dies ersetzt keine Beschaffenheitsgarantie des Betreibers.
3. Accounts und Nutzung
Das Browsen ist ohne Account möglich. Für Favoriten, Kauf, Bestellverfolgung und Händlerfunktionen ist ein Account erforderlich. Nutzer müssen richtige und vollständige Angaben machen und Zugangsdaten schützen. Accounts dürfen nicht übertragen oder für rechtswidrige, irreführende oder automatisierte Zugriffe genutzt werden. Der Betreiber darf Zugänge bei Missbrauch, Manipulation oder konkretem Sicherheitsrisiko vorübergehend sperren.
4. Angebote und Vertragsschluss
Listings enthalten insbesondere Marke, Titel, Kategorie, Größenlabel, Zustand, Material, Maße, Preis, Bilder und Händlerzuordnung. Ein Listing ist ein verbindliches Angebot des Händlers, soweit es als verfügbar gekennzeichnet ist. Mit dem Klick auf „Zahlung halten & kaufen“ nimmt der Käufer dieses Angebot an. Bei mehreren Händlern entstehen getrennte Kaufverträge und getrennte Versandvorgänge. Unikate können nicht in mehrfacher Menge bestellt werden.
5. Preise und Versandkosten
Alle Preise werden in Euro einschließlich der jeweils einschlägigen Steuern angezeigt, soweit der Händler zur Ausweisung verpflichtet ist. Versandkosten werden je Händler beziehungsweise Paket berechnet und vor Abschluss des Kaufs ausgewiesen. Bei grenzüberschreitenden Lieferungen können außerhalb des ausgewiesenen EU-Versands zusätzliche Abgaben entstehen, für die der Empfänger verantwortlich ist, sofern der Händler nicht ausdrücklich etwas anderes angibt.
6. Zahlungsabwicklung und Einbehalt
Die Plattform kann einen Zahlungsdienstleister einsetzen, um den Kaufbetrag entgegenzunehmen und bis zur Zustellbestätigung einzubehalten. Der wirtschaftlich dem Händler zustehende Betrag wird damit nicht Eigentum des Betreibers. Der Einbehalt dient der strukturierten Abwicklung und dem Käuferschutz. Eine Auszahlung erfolgt, sobald die Zustellung bestätigt ist oder eine klar mitgeteilte automatische Bestätigungsfrist abgelaufen ist, sofern kein Streitfall gemeldet wurde.
Im aktuellen Pitch-Prototyp sind Karteneingabe, Zahlung und Einbehalt reine Simulationen. Es wird kein Geld transferiert. Für einen Produktionsbetrieb würden die Bedingungen des beauftragten regulierten Zahlungsdienstleisters ergänzend gelten.
7. Versandpflicht des Händlers
Der Händler muss den Artikel spätestens innerhalb von sieben Kalendertagen nach Vertragsschluss an den angegebenen Versanddienstleister übergeben. Er hat angemessen und transportsicher zu verpacken und eine gültige Tracking-Nummer zu hinterlegen. Erfolgt der Versand nicht fristgerecht, kann der Kauf storniert und der einbehaltene Betrag an den Käufer zurückgeführt werden. Weitergehende gesetzliche Rechte bleiben bestehen.
8. Zustellung, Prüfung und Freigabe
Nach Zustellung soll der Käufer den Artikel zeitnah auf Übereinstimmung mit Beschreibung, sichtbare Mängel und Transportschäden prüfen. Mit der Bestätigung des Erhalts wird die Auszahlung an den Händler freigegeben. Bei einer erheblichen Abweichung muss der Käufer vor der Bestätigung über den vorgesehenen Supportweg einen Streitfall melden und geeignete Nachweise beifügen. Die Plattform darf Informationen beider Seiten einholen und die Auszahlung bis zur Klärung zurückhalten, entscheidet jedoch nicht verbindlich über zivilrechtliche Ansprüche.
9. Händlerprovision und Mitgliedschaft
Zugelassene Händler zahlen eine Mitgliedsgebühr von 9,95 € pro Monat. Die Mitgliedschaft ist monatlich kündbar; die Kündigung wirkt zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums. Zusätzlich erhält der Betreiber je erfolgreicher Transaktion eine Provision von 8 % des Verkaufspreises. Die Provision wird bei Auszahlung abgezogen. Versandkosten sind nicht Teil der Provisionsbasis, sofern im Händlervertrag nichts anderes vereinbart wurde. Für ausdrücklich gekennzeichnete Gründungshändler kann die monatliche Gebühr erlassen werden.
10. Echtheit, Zustand und Rechte Dritter
Der Händler garantiert die Echtheit und rechtmäßige Herkunft seiner Artikel. Er ist verpflichtet, Reparaturen, Veränderungen, Mängel, Gerüche, Gebrauchsspuren, fehlendes Zubehör und relevante Abweichungen verständlich offenzulegen. Angebote, die Marken-, Urheber-, Persönlichkeits- oder sonstige Rechte verletzen, sind unzulässig. Der Betreiber kann verdächtige Listings entfernen und Nachweise zur Provenienz anfordern. Die Freigabe eines Händlers oder Listings ist keine Garantie des Betreibers gegenüber dem Käufer.
11. Widerruf, Gewährleistung und Rücksendungen
Ob und in welchem Umfang ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht, richtet sich nach dem Sitz des Händlers, dem Lieferland und dem anwendbaren Verbraucherrecht. Gewerbliche Händler müssen Käufer ordnungsgemäß über Widerruf und Rücksendung informieren. Gesetzliche Gewährleistungsrechte bestehen gegenüber dem jeweiligen Händler. Rücksendungen sind mit diesem abzustimmen; die Plattform kann technische Kommunikations- und Statusfunktionen bereitstellen.
12. Haftung des Betreibers
Der Betreiber haftet unbeschränkt für Vorsatz, grobe Fahrlässigkeit sowie für Schäden aus Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit. Bei leicht fahrlässiger Verletzung wesentlicher Vertragspflichten ist die Haftung auf den vertragstypisch vorhersehbaren Schaden begrenzt. Im Übrigen ist die Haftung des Betreibers, soweit gesetzlich zulässig, ausgeschlossen. Insbesondere haftet der Betreiber nicht für Echtheit, Beschaffenheit, Rechtsmängel, Lieferfähigkeit, Versanddauer oder die Erfüllung des Kaufvertrags durch den Händler. Zwingende gesetzliche Haftung bleibt unberührt.
13. Verfügbarkeit und Änderungen
Ein Anspruch auf jederzeitige, störungsfreie Verfügbarkeit besteht nicht. Wartung, Sicherheitsmaßnahmen und technische Störungen können Funktionen vorübergehend einschränken. Der Betreiber darf Funktionen weiterentwickeln und diese AGB mit Wirkung für die Zukunft ändern, wenn sachliche Gründe bestehen und das Verhältnis von Leistung und Gegenleistung nicht unangemessen verschoben wird. Wesentliche Änderungen werden rechtzeitig mitgeteilt.
14. Kündigung und Sperrung
Nutzer können ihren Account jederzeit schließen. Offene Bestellungen und gesetzliche Aufbewahrungspflichten bleiben unberührt. Der Betreiber kann Accounts und Listings bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen sperren oder kündigen. Bei Händlern gelten ergänzend die Händlerbedingungen. Vor einer dauerhaften Sperrung wird grundsätzlich Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben, soweit nicht Betrugs-, Sicherheits- oder Rechtsverletzungsrisiken sofortiges Handeln verlangen.
15. Streitbeilegung und Gerichtsstand
Die Europäische Plattform zur Online-Streitbeilegung wurde eingestellt; der Betreiber ist nicht verpflichtet und grundsätzlich nicht bereit, an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen, sofern keine zwingende Verpflichtung besteht. Für Streitigkeiten zwischen Käufer und Händler ist der jeweilige Händler Ansprechpartner. Es gilt deutsches Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts, soweit dadurch zwingender Verbraucherschutz des Wohnsitzstaates nicht entzogen wird. Gerichtsstand für Kaufleute ist Berlin.
16. Schlussbestimmungen
Sollte eine Bestimmung unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. An die Stelle unwirksamer Bestimmungen treten die gesetzlichen Regelungen. Vertragssprache ist Deutsch. Der Betreiber speichert den Vertragstext im Produktionsbetrieb entsprechend den gesetzlichen Anforderungen; im Prototyp werden Zustände ausschließlich lokal im Browser gespeichert.